Wie wichtig der Sieg gegen den THW 4 für die Erste vom GTV war, lässt sich kaum in Worte fassen. Offensichtlich für das Punktekonto. Denn in der verrückten Kreisoberliga rutscht man mit zwei Niederlagen ganz schnell in den Abstiegskampf.
Auch für das Selbstbewusstsein der Mannschaft von Henrik Heinicke war dieser Sieg Gold wert. Der letzte Sieg in der einstmals so geliebten Grundschulhalle ist fast vier Monate her...
Personell ist es bekanntlich nicht allzu gut um den GTV bestellt, so stand diesmal wieder nur ein Keeper zur Verfügung. Die Zebras hingegen strotzten mit einer vollen Bank und reichlich Alternativen. Einzig Nils Juriczek, der das Hinspiel sportlich mit entschied, fehlt seit Wochen. 
Die ersten zehn Minuten sind von einigen Fehlwürfen der Gettorfer geprägt: Routinier Wolfgang Brandt entschärfte die Versuche von Herforth, Stolze und Augspach. (1:3, 4. Minute) Heinicke forderte "noch länger auf die Chance" zu warten.

Und tatsächlich gelingt dies immer besser: spielerisch kann oftmals der Linksaußen freigespielt werden, und die zuletzt so gescholtene linke Seite erwischt einen Sahnetag: Finn Hahnewald mit einer makellosen Bilanz von vier Toren bei vier Versuchen und Gunnar Westphal mit ebenfalls 3/3 Treffern.
In der Deckung mangelte es wie so oft an der notwendigen Konsequenz: immer wieder kamen die THW Schützen Bertow und Rutthoff erfolgreich aus der Distanz zum Abschluss. Dann eine sicher nicht unwichtige Szene nach 20 Minuten: Alexander Farr, bislang sechsfacher Torschütze seiner monochromen Farben, scheidet mit einem Cut über der Augenbraue aus. Danke an dieser Stelle an die schnelle ärztliche Hilfe durch Uli Lenschau, der glücklicherweise im Publikum war - die besten Genesungswünsche senden wir natürlich auch an den Sportkameraden.
Durch die Treffsicherheit der Linksaußen gleicht Gettorf aus, und kann beim 9:8 (21.) auch wieder in Führung gehen. Ende des ersten Durchgangs sind es sogar zwei Tore Führung, mit der man die Seiten wechselt. (13:11)

Hitzig wurde es nur, als THW-Spieler Marc Andresen und Gerrit Herforth bei einem Gegenstoß zusammenprallen, für anhaltende Proteste wird aber nur der Gefoulte mit einer Zeitstrafe belegt. Die unaufgeregt leitenden Schiedsrichter, denen man anmerkt, dass Sie sonst in höheren Spielklassen heimisch sind, entgeht nichts. Das Gespann, dass auch bei der deutlichen Niederlage des GTV gegen die SG Kiel Nord in der Vorwoche hervorragend leitete, würde man gerne häufiger an der Pfeife sehen - dieses Niveau tut der Liga sehr gut!
Der Auftakt in den zweiten Durchgang spricht dann erst für den GTV. (16:13, 36.) Man merkt aber, dass die Kräfte nachlassen, und so kommt Kiel heran. Aber nur bis auf einen Treffer beim 17:16 (43.) und dem 20:19 (52.). Taktisch clever spielt Gettorf nun seine Angriffe, und oftmals ist es Gerrit Herforth der vollendet.
Marco Landt-Hayen mit seinem einzigen aber extrem wichtigen Treffer in Unterzahl, als er die THW Abwehr düpiert, und das 21:19 erzielt! 

Zum Matchwinner avanciert aber Jonas Goos, der nun an jedem Rückraumwurf dran ist, und die Kieler zur Verzweiflung bringt. Nach dreiwöchiger Verletzungspause hat man diese Leistung, die bislang beste im Dress der Ersten, kaum für möglich gehalten. In der Schlussphase sitzen die wichtigen Siebenmeter, so dass der GTV am Ende verdient, und ohne großes Zittern zwei Punkte einfährt. Unnötig aber nicht unerwähnt soll die Disqualifikation wegen überharten Spiels nach einem Foul an Lasse Lenschau bleiben.
Bleibt zu hoffen, dass Gunnar Westphals Schulterblessur nicht der nächste verletztungsbedingte Ausfall ist. Am nächsten Wochenende könnte man mit den Punktesammeln zu Hause gleich weitermachen. Es folgt jedoch Tabellenführer Preetz 2, und die wollen unbedingt aufsteigen...

Die Torschützen/Aufstellung: Goos, Herforth 6, Großmann, Augspach 7, Klaaß, Grapengeter, Westphal 3, Lenschau 1, Landt-Hayen 1, Stolze 2, Rusch und Hahnewald.