Obwohl Flintbek 5 Minuten vor Ende noch einmal auf 4 Tore verkürzen konnte, hatte man beim Gettorfer TV nie das Gefühl, dass die zwei Punkte in Gefahr gerieten. Leider konnte man im Abschiedsspiel von Gerrit Herforth nie an die gewohnt gute Deckungsarbeit anknüpfen, so dass ein Negativrekord bei den Gegentore am Ende zu buche Stand. Die Kehrseite: mit 36 geworfenen Toren konnte man ebenfalls eine Bestmarke aufstellen.

Flintbek erwies sich als unangenehmer Gegner, der sich nie mehr als auf sieben Tore distanzieren lassen sollte. Angetrieben vom jungen Dennis Pfau (6 Tore) und dem sehr sicheren Siebenmeterschützen Karim Yilmaz (7/7) ließ sich der Tabellenvorletzte kämpferisch nie hängen, und darf sich berechtigte Hoffnung machen, die Serie mit mehr als den in der Hinrunde erreichten sechs Habenpunkte zu beenden.

Die Aufgabengebiete vom dynamischen Halbrechten des GTV - Gerrit Herforth - werden sich ab sofort auf Klausuren und Schulungen von landesspezifischen Gegebenheiten verschieben: der beste Feldtorschütze der Gettorfer beendet die Saison mit dem zweiten Rückrundenspieltag, weil fortan wichtige Klausuren und eine lang geplante Urlaubsreise nach Dubai und Australien auf dem Programm stehen. Diese Personalie wird ein gewaltiges Loch in das Spiel des GTV reißen, welches es gilt auf verschiedenste Schultern zu verteilen: Jacob Wiese und Sven Großmann werden hauptsächlich seine Position übernehmen. Erstgenannter konnte auf der Rückraumrechtsposition gegen Flintbek bereits weitere Erfahrungen sammeln, und auch ein Tor erzielen. Letzterer musste abermals seinem Immunsystem klein bei geben, und fehlte krankheitsbedingt. Da auch Arne Reins mit einer Muskelverhärtung nach zehn Spielminuten passen musste, Torben Quickert beim Ehemaligen-Treffen in der Heimat war, Mathias Graf private Termine hatten und Christian Bergert ebenfalls an einer hartnäckigen Grippe laboriert, war der einst so stolze GTV Kader reichlich dezimiert. Gut, dass Boris Horst von der Zweiten Herren aushelfen konnte, und zu seinem Debüt in der Ersten kam. Ein Tor blieb ihm leider verwehrt - der Pfosten verhinderte den Eintrag in die GTV Statistik als Torschütze.

Nach dem 1:1 übernahm der GTV das Kommando, wenngleich man sich nicht deutlicher absetzen konnte. 11:9 - 15:10 - 20:15 lauteten die weiteren Stationen in Durchgang eins. Das Torewerfen wurde den Gettorfern nie richtig erschwert, dummerweise hatte man auch in der Deckung nie den richtigen Zugriff auf die gut eingestellten Flintbeker. Die Unparteiischen hatten Ihre Linie, und zogen diese auch auf beiden Seite konsequent durch. So waren Ballgewinne nach einer gelungenen Abwehraktion absolute Mangelware. Entweder der Ball war im Tor oder daneben: sonst bekam der Angreifer stets eine neue Möglichkeit per Freiwurf. Zudem gab es insgesamt 17 Siebenmeter im Spiel. Während Yilmaz bei den Gästen den GTV-Keepern Jöhnk, Lange und Blendermann keine Chance ließ, vergaben Henschel (drüber), Augspach (gefangen) und Horst (Pfosten) drei Versuche.
Wie ein lustlos aufgedrehter Wasserhahn plätscherte die Kreisoberligapartie durch die zweiten dreißig Spielminuten, mit kaum erwähnenswerten Highlights. Danilo Voß erzielte vier sehenswerte Treffer, Gunnar Westphal (5), Dominic Henschel (11/6) und Gerrit Herforth (7) schraubten die persönliche Torebilanz nach oben. Auch beim 29:22 ließ sich der TSVF nicht abhängen - beim 31:27 witterten die Glöckner-Mannschaft Ihre Chance, und mussten doch prompt die Entscheidung zum 33:27 hinnehmen. Endstand: 36:30.

Am kommenden Wochenende wartet eine weitere Mannschaft aus dem Tabellenkeller. Die FT Vorwärts Kiel ließ jedoch mit dem Auswärtssieg bei der Concordia aus Schönkirchen aufhorchen, und hat nun 5 Siege. Es bedarf einer Leistungssteigerung der Gettorfer um am nächsten Sonntag Abend den elften Sieg zu erzielen. Im Hinspiel konnten die Gettorfer nur knapp mit 30:27 die Oberhand behalten.

Die Aufstellung/Torschützen: Jöhnk, Lange, Blendermann, Wiese 1, Henschel 11/6, Reins 1, Herforth 7, Carstensen 2, Voß 4, Lentzsch, Westphal 5, Augspach 5/1